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✬ Wüstenbuchau, 95336 Mainleus

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Die Geschichte des Ochsenhofs

Der  Ochsenhof in Wüstenbuchau (Gemeinde Mainleus) ist ein ortsbildprägender Dreiseithof mit weitreichender Geschichte.  Aus Erwähnungen in Lehensbriefen 1423, 1435, 1437 und 1476 lässt sich schließen, dass es bereits im 15. Jahrhundert einen Hof der herrschaftlichen Familien Förtsch/Giech aus Thurnau in Wüstenbuchau gegeben hat. Sehr wahrscheinlich handelte es sich da schon um den Ochsenhof, da es kein vergleichbares Gut in Wüstenbuchau gab und gibt.

Es ist anzunehmen, dass Teile des Ochsenhofs im Dreißigjährigen Krieg verwüstet wurden. Die Grafschaft Giech wurde laut Dr. Uta von Pezold (Geschichte Thurnaus, Seite 15) vor allem zwischen 1628 und 34 von Pest und Verwüstungen heimgesucht. Eventuell wurde der Ochsenhof im Jahr 1632 verwüstet, denn in diesem Jahr wurde zum Beispiel die Pfarrkirche St. Michael im benachbarten Mainroth gebrandschatzt.  Im Urbar von 1660 ist der „Ochsenhoff“ als Lehen der Pfarrei Peesten aufgeführt. „Hauß“ und andere Gebäude stehen zwar nicht, aber der Stadel ist noch in seinem Bau.

Der Grundstein für das heutige Anwesen wurde 1701 gelegt, was dendrochronologische Untersuchungen ergeben haben. Bei der Entfernung des maroden Bodens im Wohnbereich und einer Erdschicht wurden aber massive Sandsteinquader als Grundmauern mit Innenschale aus Bruchsteinen gefunden, was die Existenz eines Vorgängerbaues an gleicher Stelle belegt.

 1701 entstand auf dem Ochsenhof der Witwensitz der Gräfin Catharina von Giech zu Buchau, geb. Kevenhüller (7.Juni 1670 in Wien, gest. am 19. November 1726 in Wüstenbuchau), Ehefrau des 1697 verstorbenen Graf Christian Carl von Giech (Hochzeit 1694 in Nürnberg).

Nach ihrem Tod 1726 ging der Ochsenhof in den Besitz ihres Hofmeisters Johann Friedrich von Waldeck über, 1742 in bäuerlichen Besitz, als Hannß Heroldt aus Witzmannsberg das Gut kaufte.

Der Ochsenhof blieb danach in bäuerlichem Besitz. Nachdem die letzte Bäuerin 1994 starb, war der Hof verwaist. 2012 kaufte die Familie Schuberth aus Kulmbach den Ochsenhof, um ihn als Wohnhaus mit Ferienappartements, Gastwirtschaft  und Pferdepension zu revitalisieren.

Zeittafel

1423 bzw. 1476: In Lehensbriefen Förtsch bzw. Giech/Bistum Bamberg wird jeweils ein Hof zu Wüstenpucha genannt (Dr. Uta von Pezold), wahrscheinliche Erwähnungen auch in den Lehensbriefen 1435 und Verkaufsurkunde 1437, 8. August, an Hans von Giech unter Bischof Anton Rotenhan, Staatsarchiv Bamberg

1632 (?): Mutmaßliche Zerstörung des Wohngebäudes im 30-jährigen Krieg.

1660: Im Urbar von 1660 ist der „Ochsenhoff“ als Lehen der Pfarrei Peesten aufgeführt. Hauß und andere Gebäude stehen zwar nicht, aber der Stadel ist noch in seinem Bau.

1701: Bau des Wohnhauses für die hochgräfliche Witwe Maximiliana Catharina von Giech, geborene Gräfin Khevenhüller und Witwe des Grafen Christian Carl von Giech zu Thurnau, Buchau, Wiesentfels und Grünwehr (vom Hof aus gesehen linker Teil des Ochsenhofes, Ergebnis dendrochronologlische Untersuchung der Bauhölzer). Der Hof ist ein Lehen der Pfarrei Peesten (vgl. Thurnauisches Land- und Urbar-Buch, StA.  Bamberg, G 65/B Giech zu Thurnau, Bände Nr. 257)

1723: Übergang an Johann Friedrich von Waldeck, Hofmeister der Grafen Giech, der die Umfriedung und das Gartenportal mit Jahreszahl 1734 errichten lässt.

1742, 30. Januar: Der aus Witzmannsberg stammende Bauer Hannß Heroldt kauft den Ochsenhof für 2480 Gulden, Umnutzung zum bäuerlichen Gut, Anbau der Stallungen an den Witwensitz.

1778: Maria Herold erwirbt den Ochsenhof für 2400 Gulden aus der väterlichen Erbschaft (StA Bamberg, Stb 8345/2, Bd. IV)

1811: Maria Herold besitzt weiterhin den Ochsenhof. Dazu gehören ein Wohnhaus (Haus Nummer 3, halb gemauert, Scheune, Schupfen, Backofen, der Hofraith und zwei Schorgärtlein, 23,5 Tagwerk Äcker, 14,5 Tagwerk Wiesen, 6 Tagwerk Wald, ¼ Tagwerk Brachland), Besitzfassion zum Rustical-Kataster des Steuerdistrikts Buchau, StA Bamberg, K 236, Nr. 45b

1845, 14. Juni: Kunigunda Schütz erhält laut Übergabevertrag vom 14. Juni den Ochsenhof von ihrem Vater Johann Schütz (StA Bamberg, K 236, Nr. 44)

1854: Johann Thomas Wolff wird durch Heirat von Kunigunda Schütz Eigentümer des Ochsenhofes (Grundsteuerkataster der Steuergemeinde Lopp, StA Bamberg, K 236, Nr. 189)

1865: Aufstockung des Stalltraktes um das heutige Obergeschoss mit neun Fensterachsen (Ergebnis Dendrochronologie)

1871: Erneuerung des südlichen, bauzeitlichen Giebels, Umbau zum Schopfwalmdach, Anbringung der Schieferverkleidung am Südgiebel (deutsche Deckung, Jahreszahl am Giebel, Ergebnis dendrochronologische Untersuchung)

1886, 9. Oktober: Konrad Wolff kauft den Ochsenhof (bewertet mit 32 845 Mark) von seinem Vater Johann Thomas Wolff für 20 571 Mark

Neubau der Wagenremise. Wohnhaus mit Stallung, Stadel mit Wagenremise, Keller, Backofen, Schweinestall und Hofraum, Gemüsegarten vor und hinter dem Haus (Grundsteuerkataster-Umschreibeheft, StA. Bamberg, K 236, Nr. 192 a)

1925/26: Renovierung mit Einbau der preußischen Kappen im Stallbereich, Verschieferung des Sichtfachwerks im Obergeschoss mit Formschiefer, Errichtung der großen Scheune im nördlichen Bereich

Neuzeitliche Modernisierungen (Bad im Erdgeschoss, Kunststoffenster, Russischer Kamin, Garagenbau, neuer Kuhstall, Einbau von Silos in der Scheune, Güllegruben)

1994: Tod der letzten Bäuerin Carola Heuschmann, seitdem Leerstand

2001: Verkauf des Ochsenhofes an Harald Zorn und Harald Hahn

2012: Kauf des Ochsenhofes durch Erika und Christian Schuberth